Skip to navigation (Press Enter) Skip to main content (Press Enter)
  • Pater Ammar Yako in der zerstörten Al-Tahira-Kirche
  • Die Al-Tahira Kirche in Qaraqosh, IrakBild: Kirche in Not (ACN)
  • Die Al-Tahira Kirche in Qaraqosh, IrakBild: Kirche in Not (ACN)

Am 7. März besucht Papst Franziskus die Al-Tahira-Kirche im Irak. Pater Ammar Yako: „Sie ist ein Teil unserer Geschichte.“

Die Al-Tahira Kirche in Qaraqosh (Baghdeda) wurde während des ISIS-Terrorregimes (2014-2017) fast vollständig zerstört. Dank der großzügigen Unterstützung von "Kirche in Not (ACN)"-Wohltätern wurde die Kirche im Laufe der letzten Jahre wiederaufgebaut und ist nun fast vollständig restauriert. Papst Franziskus hat bestätigt, dass er die Marienbasilika am Sonntag, den 7. März, während seiner Reise ins Land besuchen wird. Pater Ammar Yako beaufsichtigt den Wiederaufbau.

Was ist die Geschichte der Al-Tahira-Kirche?

Der Bau der Al-Tahira-Kirche in Qaraqosh begann im Jahr 1932. Die gesamte Bevölkerung von Qaraqosh half bei den Arbeiten und trug durch Spenden zu ihrem Bau bei, der 1948 mit der Einweihung der Kirche abgeschlossen wurde. Es war eine gute Möglichkeit für die Menschen, ihren Glauben zu zeigen. Wir kennen viele Geschichten über die Zeit des Baus der Kirche von unseren Eltern und Großeltern. Dank ihrer harten Arbeit wurde diese große Kirche errichtet.

Wie sah die Kirche nach der ISIS-Invasion und Zerstörung aus?

Wie Sie wissen, hat ISIS 2014 die Stadt erobert, und wir sind nach Kurdistan geflohen. Nach drei Jahren wurde die Stadt befreit und wir kehrten zurück. Ich erinnere mich sehr gut daran, wie zerstört die Kirche war. Sie war komplett abgebrannt. ISIS hat alle Kreuze zerstört und gestohlen, was in der Kirche war, die Bilder und alles andere. Die ISIS-Anführer schrieben ihre Namen auf die Säulen der Kirche und nutzten den Außenbereich als Trainingsgelände für neue ISIS-Kämpfer.

Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie das erste Mal zurückkamen und so viel Zerstörung sahen?

Als ich die Kirche zerstört und verbrannt sah, empfand ich zuerst eine große Traurigkeit. Es war so traurig, das Haus Gottes leer und so zerstört zu sehen. Aber gleichzeitig fühlte ich Freude und Glück, zurück in die Stadt zu kommen und die Kirche wieder zu betreten. Es war also Freude und Trauer zugleich.

Was bedeutet es für Sie, für den Wiederaufbau verantwortlich zu sein?

Als der Bischof mich bat, das Wiederaufbauteam zu leiten, war das ein sehr glücklicher Moment für mich, denn ich erinnerte mich an all die Menschen, die in der Vergangenheit geholfen hatten, die Kirche zu bauen, an unsere Eltern und Großeltern; ich fühlte mich mit all denen verbunden, die ihren Glauben teilten.

Wie hat sich die Rekonstruktion entwickelt?

Der Wiederaufbau begann im Jahr 2019. Die erste Phase der Arbeiten, die bis Ende 2019 dauerte, bestand aus der Befestigung der Säulen. Im Jahr 2020 begannen wir die zweite und dritte Phase, die den Wiederaufbau der Kirche innen und außen umfasste. Gott sei Dank haben wir die letzte Phase des Wiederaufbaus erreicht, und wir hoffen, dass wir bald alle Teilbereiche des Wiederaufbaus der Kirche abschließen können.

Wie war die Reaktion der Gemeinschaft der Gläubigen auf den Wiederaufbau der Kirche?

Der Wiederaufbau der Al-Tahira-Kirche ist sehr wichtig für die Gemeinde von Qaraqosh. Alle Menschen hier empfinden sie als ihr Zuhause, als Teil ihrer Geschichte. Deshalb ist es sehr wichtig, die Kirche wieder zu öffnen. Natürlich haben wir in Qaraqosh erst mal damit begonnen, den Menschen zu helfen, ihre Häuser wiederaufzubauen, auch mit Hilfe von "Kirche in Not (ACN)". Als wir fertig waren, fragten uns viele Leute, wann wir mit dem Wiederaufbau der Kirche beginnen würden. Gott sei Dank sind wir fast fertig. Ich spüre, dass die Menschen sich darauf freuen, wieder hierher zu kommen und zu beten und allen zu zeigen, dass ihre Kirche offen ist und dass wir in dieser Kirche wieder zu Gott beten können.

Was bedeutet der Besuch des Papstes für Sie?

Es ist großartig, in dieser Zeit hier in Qaraqosh zu sein, um unseren Papst zu begrüßen. Als bekannt wurde, dass der Papst den Irak und Qaraqosh besuchen würde, fühlte ich mich sehr glücklich, den Heiligen Vater hier willkommen heißen zu können, in dieser Kirche, in dieser Stadt, und unseren Glauben gemeinsam zu teilen. Der Papst kann uns helfen, unseren Glauben in diesen Zeiten zu leben, und wir können ihm zeigen, wie unser Leben als Christen hier in Qaraqosh, im Irak, aussieht.

Vor welchen Herausforderungen stehen die Gläubigen hier im Irak?

Im Irak stehen die Christen vor vielen Herausforderungen. Zunächst einmal sind sie Teil dieses Landes, das immer noch instabil ist. Natürlich müssen wir vor allem Gott dienen, damit er uns hilft, unser Leben im Irak weiterzuführen. Als Gemeinschaft haben wir viele weitere Herausforderungen. Als Minderheit haben wir nicht viele Möglichkeiten zu arbeiten, also müssen wir uns sehr bemühen, Arbeit für unsere Leute zu finden. Das größte Problem ist jedoch die Auswanderung. Viele Familien sind jetzt weit weg von Qaraqosh und dem Irak, und wenn sich die Situation nicht verbessert, werden viele von ihnen vielleicht nicht zurückkehren.

Könnten Sie eine Nachricht an die Wohltäter von ACN senden?

Ich möchte "Kirche in Not (ACN)" für alles danken, was sie für uns getan haben, als wir vertrieben wurden. Als wir aus allen Städten nach Kurdistan geflohen sind, hat uns ACN drei Jahre lang unterstützt. Ich danke allen Wohltätern für ihre Hilfe. Als wir nach Qaraqosh zurückkehrten, halfen sie uns auch beim Wiederaufbau von Häusern und Kirchen und bei vielen anderen Problemen. Ich danke Ihnen sehr, und Gott segne Sie. Wir hoffen, dass wir gemeinsam der Welt unseren christlichen Glauben zeigen können.

Warum sollten die Wohltäter von "Kirche in Not (ACN)" das Volk von Qaraqosh nicht vergessen?

In der gegenwärtigen Situation brauchen wir immer noch die Hilfe von Organisationen, und besonders von "Kirche in Not (ACN)", für die vielen Bedürfnisse der Gemeinden in Qaraqosh. Bitte helfen Sie uns weiterhin und geben Sie unserer Gemeinde Hoffnung, dass wir hier in Qaraqosh weiterhin leben können.